Glock 19X Gas GBB Softair Pistole VFC 6 mm

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Gute Spaßwaffe Artikelbewertung: 4 von 5 Sterne 4 von 5 Gute Spaßwaffe

Meine Bewertung läuft unter dem Gesichtspunkt, dass ich vom Airsoft-Sport keine Ahnung habe und ich für zuhause einfach nur eine Trainingswaffe wollte. Ich besitze zwei scharfe Glocks auf Jagdschein, nämlich die G31 (entspricht der G17, jedoch im Kaliber .357 Sig) und die G26 (entspricht der G42, jedoch in 9x19). Meine bevorzugte Fangschusswaffe ist die G31, bei der ich ein Drei-Punkt-Tritium-Visier nachträglich installiert habe. Mir war also beim Kauf der Airsoft wichtig, das Griffstück der G17 zu haben, und auch ein Drei-Punkt-Viser. Die einzige Waffe, die ich finden konnte, die diese Kriterien erfüllt, ist die G19 X. Die Visierlänge fand ich nicht sonderlich wichtig, deshalb hab ich bei der 19 X, die den Griff der 17 (bzw. 31) hat, aber den etwas kürzeren Lauf der G19, zugeschlagen.

Vorweg auch noch: Die Artikelbeschreibung ist in einem Punkt nicht korrekt. Die Waffe hat nicht die Glock-typische Rechteckkimme, sondern eine Kimme mit zwei Punkten. Man hat also eine klassische Drei-Punkt-Visierung. Die Visierung ist auch mein Hauptkritikpunkt. Wenn die drei Punkte exakt auf gleicher Höhe sind (wenn man die Mittelpunkte der Punkte als Referenz nimmt), schließen die oberen Kanten von Kimme und Korn nicht exakt miteinander ab, und die untere Kante der Kimme verdeckt einen kleinen Teil des Punktes des Korns. Da aus der Perspektive des Schützen der Punkt des Korns etwas kleiner ist, muss man ungewohnterweise die drei Punkte so ausrichten, dass der obere Rand des Kornpunktes auf einer Linie mit den oberen Rändern der Punkte der Kimme ist. Das sollte eigentlich nicht so sein. Beim Schießen macht das bei Präzisionsschussübungen einen kleinen Unterschied, weil man nicht weiß, ob man jetzt die Mittelpunkte der drei Punkte fluchten soll, oder aber die Oberkanten von Kimme und Korn (bei einem guten Visier sollte beides identisch sein). Letztlich nicht allzu tragisch, weil der Unterschied gering ist, aber eben doch ein Schönheitsfehler. Was ich eher als tragisch empfinde, ist dass die Kimme fest verschraubt zu sein scheint, und zwar so fest, dass ich die Schraube unterhalb der Kimme von der Seite des Schlittens nicht rausdrehen kann, ohne befürchten zu müssen, die Schraube zu beschädigen. Beim Original kann man die Kimme mit einem Spezialwerkzeug links und recht verschieben (oder im Schraubstock mit Filz oder Leder zum Schutz). Das bräuchte ich in meinem Fall, da die Treffpunktlage auf 5 m etwa 1 cm links des Visierpunktes ist. Man kann auch gut erkennen, dass die Kimme nicht exakt mittig verschraubt ist, sondern etwas zu weit links, was vermutlich den leichten Zielfehler erklärt. Hier sollte man unbedingt nachbessern und dem Spieler die Möglichkeit geben, die Kimme zu verstellen. In der Höhe kann man ja durch das HopUp ausgleichen. Mit anderen Worten: Wenn ich als Hersteller die Kimme fest verschraube und der Spieler keine Verstellmöglichkeit hat, dann MUSS sie perfekt passen. Der Fehler ist nicht grob, man schießt gute Gruppen und auch auf 10 m noch recht exakt, aber das wäre einfach in der Preisklasse meiner Meinung nach schon dringewesen. Aber: Man kann selbstverständlich damit leben, man gewöhnt sich sehr schnell dran. Es gibt Schlimmeres.

Ich liste hier mal die Unterschiede zu scharfen Glocks auf, weil das vermutlich für Sammler interessant ist.
a) Die Farbe ist, wenn ich mich recht entsinne, etwas anders als beim Original, aber nur minimal. Ich hatte das Original der G19 X nur einmal in der Hand, da kann ich mich auch täuschen.
b) Beschusszeichen fehlen natürlich aus rechtlichen Gründen. Das Original hat drei Beschusszeichen. Einmal auf dem Patronenlager, dann rechts am Schlitten, und rechts am Rahmen. Statt des BZ auf dem Schlitten ist ein kleines Glock-Logo eingeprägt. Die anderen beiden Beschusszeichen fehlen ersatzlos.
c) Das F im Fünfeck und Kaliberangabe befinden sich schön versteckt an der vorderen Unterseite des Rahmens, direkt über der Seriennummer der Airsoft.
d) Die gefakten Originalseriennummern an Patronenlager und Schlitten sind die selben wie in der Produktvorschau.
e) Das Patronenlager schließt nicht bündig mit dem Schlitten ab, wenn der Verschluss zu ist.
f) Die funktionslose Auszieherkralle hat dauerhaft den Zustand, dass sie etwas nach außen ist, wie beim Original wenn sich eine Patrone im Lager befindet, was beim Original als Ladestandsanzeige fungiert. Das wäre ein cooler Bonus gewesen, wenn die Kralle nach außen gedrückt wird, wenn sich eine BB im Lauf befindet. Ist aber vermutlich zu kompliziert zu lösen sowas und eigentlich auch nicht wichtig.
g) Der Demontagebügel geht etwas schwerfälliger zu bedienen als beim Original, weil er etwas weniger weit aus dem Rahmen heraussteht, und dadurch ganz schwer zu fassen ist.
h) Wenn man den Schlitten nach hinten zieht, geht beim Original der Lauf an der Mündung leicht nach oben. Bei der Airsoft ist das nicht der Fall.
i) Auf der rechten Seite des Griffs steht Officially Licensed Product of Glock statt der Originalherstellerbezeichnung inkl. Patentnummer
j) Beim Original der G19 X sind meines Wissens Nachtvisiere verbaut, was hier nicht der Fall ist.
k) Die Gussnähte auf dem Polymer-Griffstück sind etwas deutlicher zu sehen als beim Original.
l) Da werden mich jetzt eingefleischte Glock-Fans verfluchen, aber ich finde den Abzug der Airsoft besser als den des Originals. Ich habe an meinen scharfen Glocks nicht ohne Grund die Abzugsfedern getauscht.
m) Wenn man an der Waffe rüttelt, klapperts, was aber vermutlich bei Airsoftwaffen normal ist.
n) Das Griffstück allein ist rein vom Gewicht her nicht vom Original zu unterscheiden, lediglich der Schlitten ist bauartbedingt deutlich leichter.
o) Mit Magazin wiegt die Airsoft 630 g. Das Original wiegt laut Glock-Website mit leerem Magazin 700 g, mit vollem 890 g. Vom Gefühl her ist die Waffe schwer genug, um den Eindruck der scharfen Waffe mit fast leerem Magazin zu haben.
p) Der Schlitten hat höchstwahrscheinlich keine Teniferierung (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.). Wie kratzanfällig das Teil ist, wird sich dann eben zeigen.
q) Die Waffe wird in einem Karton geliefert, nicht mit dem typischen Glock-Koffer, was mir aber egal ist, weil ich eh schon zwei davon habe, die nur als Staubfänger rumstehen.
r) Es werden keine Wechselgriffstücke in verschiedenen Größen, bzw. mit Beavertail mitgeliefert, was mir auch egal ist, weil für mich die Standardgröße ideal ist.

Was mich total überrascht hat, ist dass die Anzahl der winzigen %u201EWürfel auf dem Griffstück (also die Antirutschvorrichtung) identisch ist mit dem Original. Der Griff ist 1:1 nachgebildet.
Die Einstellung des HopUp von außen ist genial.
Der Magazinlöseknopf kann wie beim Original auf Linksbetrieb umgebaut werden. Ist zwar etwas fummelig (wie beim Original), aber die Waffe ist dadurch 100 % ambi.
Der Schlittenfanghebel ist beidseitig zu bedienen.
Nach dem letzten Schuss hält der Verschlussfang zuverlässig den Schlitten.
Der polygonale Lauf ist an der Mündung angedeutet.
Die Markings sind wie beim Original (Schriftart, Prägetiefe, Größe etc.).

Für meine Zwecke schießt sie genau genug. Auf 5 m sind durchaus Loch-in-Loch-Gruppen möglich (bzw. dass man nach fünf Schuss ein großes Loch in der Scheibe hat), auf 10 m trifft man noch zuverlässig einen Bierdeckel. Ab 15 m wird%u2019s dann schwierig mit genauen Treffern, vor allem draußen, wenn es nicht komplett windstill ist. Ich benutze BBs mit 0,20 g. Zum Gasverbrauch kann ich nichts Abschließendes sagen. Ich bin jetzt beim dritten Magazin mit einer Gasfüllung und die Waffe hat immer noch anständig Wumms.
Die Magazinfeder lässt sich leider nicht arretieren, was das Laden ohne Speedloader etwas umständlich macht.
Bei der Demontage der Waffe hakelt es gewaltig. Einfach mal schnell den Schlitten abziehen ist nicht. Das ist leider ziemlich lästig, legt sich aber vielleicht mit der Zeit.
Die Waffe ist mit Öl geradezu vollgesaut, was als Transport- und Lagerschutz aber verständlich ist. Erstmal mit Kaltentfetter drüber, reinigen, und dann an den relevanten Stellen sparsam Silikonöl drauf, und alles ist schick.
Wenn man scharfe Waffen gewohnt ist, merkt man das Blowback eigentlich nicht (1 Joule vs. 500 Joule Mündungsenergie ist halt doch ein Unterschied), deshalb bewerte ich das nicht, ich hab keinen Vergleich zu anderen Airsoftwaffen. Ich kann nur sagen, dass das Blowback einwandfrei funktioniert, und die Weglänge des Schlittens identisch ist mit dem Original. Das Feeling der scharfen Waffe ist beim Blowback zumindest andeutungsweise da.


Auch wenn ich jetzt viele Unterschiede zum Original aufgelistet habe, was manche als negative Kritik auslegen könnten, muss man sagen, dass die meisten der Unterschiede entweder rechtlich bedingt sind, oder bauartbedingt bei einer Airsoft vermutlich nicht anders gehen. Die G19 X ist meiner Meinung nach auf den ersten oder auch zweiten Blick, für den Laien wohl überhaupt nicht von einer scharfen Waffe zu unterscheiden.

Im Großen und Ganzen trotz aller Kritik ein empfehlenswertes Gerät (vor allem für Glock-Fans), das vielleicht etwas zu teuer ist, bzw. für die Preisklasse nicht gut genug ist, primär wegen des Visiers, was zu einem Punkt Abzug führt. Vielleicht hab ich da aber auch überzogene Ansprüche bzgl. Airsoftwaffen. Das kann ich nicht sagen. Vor allen Dingen macht die Waffe aber Spaß, fast wie das Original. Und genau das ist ja das Wichtige. Für mich zum Trockentraining zuhause ist sie jedenfalls voll tauglich.

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